Inhalt der Schulung

Hunde und Menschen

Hunde sind ohne Frage tolle Tiere. Sie sind treue Begleiter des Menschen und bewähren sich bei vielen Aufgaben (Blindenhund, Jagdhund, Wachhund, Rettungshund, Drogenhund, Schutzhund, Schlittenhund usw.).

Aber manchmal benehmen sich Hunde nicht so gut. Sie laufen uns nach, springen uns an, kratzen, schubsen, zwicken oder.......BEISSEN....grundlos????

Nein, ein Hund beißt nur, wenn er einen Grund dafür hat! Das kann Angst sein, Verteidigung, Zurechtweisung oder Zupacken bei Spiel oder Jagd. In solchen Situationen ist Beißen in der Hundewelt ein normales und sinnvolles Verhalten und ist auch für uns Menschen nachvollziehbar.  

Aber warum werden dann selbst arglose, liebe Kinder gebissen? Was ist da passiert?

Missverständnisse

Der Grund liegt in den völlig unterschiedlichen Regeln für das Zusammenleben in der Menschen- und Hundewelt!

So bedeuten viele von uns als freundlich und positiv eingeschätzte Handlungen gegenüber dem Hund in der Hundewelt eine starke Provokation:

-         Direkter Blickkontakt oder Anstarren empfindet der Hund als außerordentlich bedrohlich

-         Anfassen oder Umarmen ohne vorherige Kontaktaufnahme gilt unter Hunden als aufdringliche Frechheit

-         Annähern an für den Hund wichtige Ressourcen wie Revier, Futter, Spielzeug, Rudelmitglieder (Familie) etc. stellen für den Hund einen echten Notfall dar, auf den er entsprechend heftig reagieren kann

-         Gerade-auf-den-Hund-zulaufen sieht der Hund als Ankündigung eines Angriffs

-         Selbst Lächeln kann für einen wenig an Menschen gewöhnten Hund als bedrohliches Zähnefletschen interpretiert werden

Auf solche gutgemeinten Verhaltensweisen des Menschen (ein Kind, das Hunde liebt, verhält sich häufig genau so: hinlaufen, anlachen, in die Augen schauen, anfassen ...!!!! ) kann ein Hund mit Angst oder Aggression reagieren und zubeißen!

Umgekehrt sind vom Menschen aus Abwehr oder Angst gezeigte Verhaltensweisen in der Hundewelt eine deutliche Aufforderung zum Jagd- und Spielverhalten:

 -         Schreien, Kreischen

-         Schnelle Bewegungen wie Zappeln etc.

-         Davonlaufen

Hier kann der Hund nicht anders, er muss einfach mitlaufen und, meist spielerisch, nach der "Beute" schnappen!

Wann immer wir einem Hund begegnen: er ist ein Hund und wird sich wie ein Hund verhalten! Deswegen ist es wichtig, sich in der Nähe eines Hundes immer umsichtig zu verhalten. So kann die Begegnung mit einem Hund für beide Seiten erfreulich und entspannt verlaufen.




Richtiges Verhalten

Im Notfall (Hund läuft frei, hinter uns her, auf uns zu, belästigt uns):
Stehenbleiben - Arme verschränken - Hochschauen - Wegdrehen

Damit zeigen wir dem Hund auf Hundeart, dass wir ihn weder herausfordern, noch mit ihm spielen wollen. Wir sind für ihn fast "unsichtbar" und er wird schnell das Interesse an uns verlieren und weitergehen oder von uns ablassen. 

Im Normalfall (Hund an der Leine, weit weg, hinter Zaun, anders beschäftigt):
Ruhig weitergehen - Hund nicht beachten


Im Idealfall (Hund und Besitzer sehen freundlich aus - wir wollen mit dem Hund Kontakt aufnehmen):
Den Halter um Erlaubnis fragen - den Hund erst an der Hand schnuppern lassen - sind beide einverstanden, darf der Hund auch gestreichelt werden.

Dabei immer die Reaktion des Hundes beobachten, gefällt ihm das?

Zur Startseite